STADTPOKAL UND JUBILÄUM

Vorbesprechung

Mit einem URANIA Vortrag von Klaus Stieger wurde am 14.03.2008 das Jubiläumsjahr eröffnet. Anschließend wurde das "Album 2007" der Öffentlichkeit gezeigt. Bei einem gemütlichen Abend wurden noch so manche Gedanken ausgetauscht.

Ende Mai folgte die Aufstellung zum Gruppenbild aller Mitglieder der Wehr.

 

Gruppenbild im Jubiläumsjahr 2008

Zum 100 jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr sind zwei Filme entstanden.
" Die Feierlichkeiten zum 100. Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Jahnsfelde" ist eine Produktion von Marcel Joneleit.
Auf 60 Mnuten sind die Highlihts vom Jubiläumsjahr verfilmt. Vom Gruppenfoto, der Vorbereitung, dem Jubiläum selbst, und den traditionellen Eisbeinessen: Ein zweiter Film mit dem kompletten Festumzug und den Festansprachen vervollständigt die Filmreihe aus dem Jubiläumsjahr der Ortsfeuerwehr Jahnsfelde.

 

100 JAHRE EHRENAMT

Seit nunmehr 100 Jahren existiert die Freiwillige Feuerwehr Jahnsfelde, und dieses war Anlass genug im Rahmen eines festlichen Jubiläumswochenendes auf die Entwicklung und Geschichte der Wehr aufmerksam zu machen.
Das Fest zum 100-jährigen Bestehen der Feuerwehr Jahnsfelde war ein großer Erfolg. Der Samstag begann mit dem Stadtpokal im Löschangriff nass. Dazu waren alle Feuerwehren der Stadt Müncheberg und die Feuerwehr Heinersdorf (Landkreis Oder Spree) mit insgesamt acht Erwachsenen- und acht Jugendmannschaften in Jahnsfelde am frühen Morgen angetreten. Bürgermeister Klaus Zehm eröffnete den Wettkampf um den Pokal des Bürgermeister der Stadt Müncheberg.

Bereits am Wettkampf Vormittag konnten sich die Gäste auf das Jubiläumswochenende einstimmen. Dafür sorgte Moderator Hartmut Sommer von der FF-Seelow. Als Mann vom Fach hat er so manches über die Entwicklung der Feuerwehren mit den richtigen Worten formuliert. Eine gemeinsame Ausstellung über die Geschichte der Wehr und über das Schloss Jahnsfelde wurde ab 10.00 Uhr eröffnet.

Ein historischer Festumzug am Nachmittag bildete dann den Höhepunkt des Tages. Angeführt von den Seelower Fanfaren zeigte die Wehr ihre Technik von der Gründung bis heute. Bis auf die von der Feuerwehr Neubarnim präsentierte Pferdespritze ist der alte TSA mit Traktor und der alte B1000 in der Pflege des 2007 gegründeten Förderverein der Feuerwehr Jahnsfelde und noch bestens erhalten. Seit 2003 erfüllt die Ortswehr ihre Aufgaben mit dem neuen TSF. Unterstützt wird sie dabei von den Nachbarwehren die ebenfalls im Festumzug zeigten was sie für die Erfüllung ihrer Aufgaben bereithalten. Die Feuerwehr Marxdorf kam mit einer Schlauchhaspel die es Wert ist, in einem Feuerwehrmuseum ausgestellt zu werden. Der Star des Umzuges war sicher die Drehleiter der Feuerwehr Seelow. Bei der Moderation des Festumzuges machte Hartmut Sommer auch darauf aufmerksam, das es nicht alleine die Technik ist was eine leitungsfähige Feuerwehr aus macht. Es sind die Menschen die damit umgehen und sich im Dienste der Allgemeinheit damit bestens auskennen aber dafür auch auf Freizeit und Lohn verzichten müssen.

Dafür wurde in der anschließenden Ehrung auch Horst Korn mit der Ehrennadel der Stadt Müncheberg in Silber geehrt. Seit 64 Jahren Mitglied der Wehr hat er einen bedeutenden Anteil an der Entwicklung der Wehr. Für 50 Jahre Zugehörigkeit wurde Ullrich Engler vom Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Harald Mehls geehrt.
Außerdem erhielten diese Ehrung für 50 Jahre Zugehörigkeit: Günther Markwarth, Kurt Engel, Fred Kalle, Joachim Herbrechter, Eckard Lau und Günther Reiche.
Ortswehrführer Wolfgang Stenzel, wurde zum 100. Geburtstag seiner Wehr mit der silbernen Ehrennadel des Deutschen Feuerwehrverbandes ausgezeichnet.
Als Gastgeschenk wurde durch das jüngstes Mitglied, Peggy Bartels und dem Dienstältesten Kameraden Horst Korn ein Meter historischer nicht mehr im Einsatz befindlicher Schlauch an jede teilnehmende Feuerwehr überreicht. Mit der Aufschrift „100 Jahre Feuerwehr Jahnsfelde(1908-2008)“ als symbolischer Dank.
Nach Siegerehrung, Festansprache und Ehrungen wurde dann ordentlich gefeiert. Gemeinsam mit den Vereinen des Ortes fand das traditionelle Dorffest mit Nachmittagsprogramm, Tanz und Show am Abend im großen Festzelt statt. Spiele für die Kleinen waren vorbereitet. Die Technik konnte aus der Nähe betrachtet werden und die alte Pferdespritze stand zur Schauübung bereit. Die Großen probierten unter fachmännischer Anleitung mit der Motorkettensäge aus, was passiert wenn ein Baum unter Spannung zersägt wird.

Zum traditionellen Eisbeinessen am Sonntag rückte die Feuerwehr Jahnsfelde und Trebnitz mit Blaulicht und Martinshorn an. Auf der Festwiese stand nach einer Fettexplosion eine Küche in Flammen. Dazu musste ein Gast einen echten Notruf absetzen, nachdem demonstriert wurde, dass ein einfaches Handtuch ausreicht um den Fettbrand zu löschen. Über den Einsatzleitwagen der Müncheberger Wehr wurde dann in realistischer Zeit demonstriert, was beim Einsatz der Feuerwehr abläuft. Die Einsatzkräfte selbst waren unter den Gästen und mussten dann wie so oft, Ihre Freizeit unterbrechen und zum Gerätehaus eilen, um sich entsprechend auszurüsten. Zwei Trupps unter Atemschutzgerät kamen zum Einsatz um das Feuer in der Küche fachmännisch zu bekämpfen.
Zum Abschluss der Jubiläumstage präsentierte Bodo Strecke im Schloss Jahnsfelde ein Surround 5.1 Hörspiel-Vorführung in den eigens dafür sanierten Räumen des Schloss Jahnsfelde.
Ohne die vielen fleißigen Helfer, die schon lange vorher viele Aufgaben im Verborgenen und ohne große Worte erledigten, wäre vieles nicht möglich gewesen.
Jeder Handgriff, jedes Mitdenken, jede Idee war wichtig!
Jetzt liegt es mir sehr am Herzen, allen ganz herzlich zu danken, die auf ihre Weise zum Gelingen unseres Festes beigetragen haben.
Danke!

Wolfgang Stenzel
Ortswehrführer
Feuerwehr Jahnsfelde

JUBILÄUMSWOCHENENDE

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FESTANSPRACHE

Feuerwehr –gestern und heute

Liebe Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Müncheberg und der benachbarten Feuerwehren,
liebe Einwohner von Jahnsfelde, liebe Gäste,

zunächst möchte ich Sie alle, uns alle, heute hier im Schlosspark von Jahnsfelde herzlich begrüßen. Als Ehrengäste begrüßen an dieser Stelle möchte ich:………………….
Zum Gedenken an die
verstorbenen Mitglieder
der Freiwilligen Feuerwehr Jahnsfelde

Gott zur Ehr dem Nächsten zur Wehr

Nicht nur trauern wollen wir, dass wir Euch verloren haben, sondern auch Dankbar sein, dass wir Euch gehabt haben.

Wir Gedenken in Trauer und Dankbarkeit
Unserer verstorbenen Kameraden,

Immer wieder brannten früher Dörfer ganz oder teilweise nieder. Um diese Gefahr für die Bürger einzudämmen, beschlossen die Verantwortlichen im 18. und 19. Jahrhundert so genannte Feuerschutzordnungen. die festschrieben, was mit oder bei Feuer zu tun ist.
Einer der ersten Punkte lautete meist: Feuerschutz ist Bürgerpflicht“, oder so ähnlich.
Alle mussten helfen, um mit Eimern, Wannen, Schaufeln und Äxten ein ausgebrochenes Feuer zu bekämpfen. Oft mit mäßigen Erfolg, da die Bauweise der Häuser die Flammen begünstigte.

Vor allem Bauern und ortsansässige Handwerker organisierten sich und bildeten damit den Vorläufer der heutigen Feuerwehr. Eine der ältesten Bürgeriniativen war das 1841 in Meißen ins Leben gerufene „Freiwillige Lösch- und Rettungs- Corps“.
1851 wurde in Berlin die erste militärisch organisierte Berufsfeuerwehr in Deutschland geschaffen. Da keine Stadt der anderen nachstehen wollte, entwickelten sich überall Feuerwehren aus Handwerkern, Bauern und ehrenamtlich arbeitenden Bürgern.
Die Müncheberger Feuerwehr wurde 1888 gegründet und feierte vergangenen Samstag Ihr 120 jähriges Bestehen.
Am 21 Januar 1908 empfahl die Kreis-Feuerpolizei und Löschordnung die Bildung Freiwilliger Feuerwehren auch auf den Dörfern. Die Jahnsfelder Verantwortlichen zögerten keinen Moment und gründeten noch im gleichen Jahr auch in Jahnsfelde eine militärisch organisierte Wehr.
Was dann folgte wissen wir alle. 100 Jahre erfolgreiche Feuerwehrarbeit, Freiwillig, Uneigennützig, ohne Lohn, Verzicht auf Freizeit und Familie mit der festen inneren Überzeugung Menschen in der Not zu helfen.
Aber so einfach war und ist das nicht. Höhen und Tiefen galt es zu überwinden. 2 Weltkriege sorgten für Verluste an Menschen die in den Krieg zogen und nicht heimkehrten oder als vermisst galten. Finanzielle Mittel flossen in die Kriegswirtschaft. Die alte Pferdespritze hatte nach dem 2 Weltkrieg keine Räder mehr. Im Juli 1948 letztmalig auf einer Schleppe zum Brandort gezogen, als bei Kaufmann Schulze eine Strohmiete nach einem Blitzschlag in Brand geraten war.
Aus Pflichtgefühl und Verantwortungsbewusstsein fassten die Kameraden nach dem verlustreichen Krieg wieder Mut und waren zur Stelle, um zu helfen und wieder neu anzufangen.
Bis 1952 befand sich das erste Gerätehaus in der Dorfstrasse, gegenüber dem heutigen Löschteich. Dort waren die Gerätschaften wie, die Pferdespritze und die Anhängeleiter untergestellt. Im hinteren Teil befand sich eine Arestzelle. Dort wurden des öfteren Landstreicher in Gewahrsam genommen,
1952 bekam die Feuerwehr ihr heutiges Gerätehaus mit dazugehörigem Tragkraftspritzenanhänger. Mit dem Ende zweier Regierungen im geteilten Deutschland, kam nach 1989 viel Neues auf die Feuerwehr zu. Die Einsatzaufgaben erweiterten sich auf technische Hilfeleistungen. 1993 wurde das erste motorisierte Kleinlöschfahrzeug angeschafft. Ausgestattet mit allem was eine Feuerwehr unserer Größe benötigt. Bereits 2003 konnte über eine Fördermaßnahme das heutige TSF beschafft werden. Versehen mit weiteren Geräten, wie ein Hochdrucklöschgerät, einer vierteiligen Steckleiter, Beleuchtungssatz heißt das natürlich auch, dass der Umgang mit den Geräten eine kontinuierliche Aus- und Weiterbildung erfordert.

Aber auch trotz allem Fortschritt geht es nicht immer Aufwärts. So ist es heute die so genannte demographische Entwicklung die die Städte und Dörfer unserer Region ausdünnen lässt. Wir müssen aufpassen das wir nicht lahm werden, weil uns die jungen Leute verlassen.
Die gute Zusammenarbeit mit der Trebnitzer Wehr trägt gute Früchte. Die Mädchen der Jugendfeuerwehren haben es 2006 zum Landesmeister im Wettkampfsport geschafft. Bei der Frauenmannschaft waren unsere Damen dabei.
Gemeinsame Ausbildungen und Einsätze konnten erfolgreich absolviert werden. Und heute ist das alles einfach schon selbstverständlich.

Der 2007 neu gegründete Förderverein hat seine erste große Herausforderung absolviert. So können wir unseren Traditionsfuhrpark erhalten und Ihn hier zum Jubiläum präsentieren.

So ein Jubiläum bietet natürlich die Beste Gelegenheit auch auf Probleme und Sorgen aufmerksam zu machen. Ich glaube, das wird auch traditionsgemäß erwartet.
Herr Bürgermeister der Stadt Müncheberg , ich freue mich schon auf Ihre Festrede. Klappern gehört zum Geschäft. Alle wissen was ich meine, unser „Matchboxgerätehaus“.

Damit so ein großes Jubiläum in einem würdigen Rahmen, in geordneten Bahnen und zur Freude aller Einwohner und Gäste in Jahnsfelde veranstaltet werden kann, bedarf es großer Anstrengungen.
Deshalb möchte ich und mich bei allen die an der Vorbereitung und Durchführung des Jubiläums mitgearbeitet haben, für den persönlichen und materiellen Einsatz bedanken.
Ein ganz besonderer Dank auch an unsere Schlossbewohner, die uns ganz unkompliziert die Räume im ehemaligen Festsaal für eine kleine Ausstellung zur Verfügung stellen. Aber auch über die Geschichte des Schloss Jahnsfelde gibt es heute unter Federführung von Bodo Strecke etwas zu erfahren.

Ein Dank auch allen Gästen, die unser Fest zu diesem unvergesslichen Ereignis beehren, und nicht zuletzt…..
unseren Ehepartnern, für die Geduld, die sie das ganze Jahr hindurch und insbesondere bei diesem Fest beweisen.
Danke

W.Stenzel
OWF