PRESSEMELDUNG
ERSTES NEUES FAHRZEUG IN 100 JAHREN
Von Detlef Klementz
Müncheberg (MOZ) Gleich zwei Ereignisse hingen am Sonnabend mit der Feuerwehr zusammen: Am Obersdorfer Gerätehaus fand am Vormittag die feierliche Schlüsselübergabe für das neue Feuerwehrfahrzeug LF 10/6 statt. Nachmittags trafen sich die Jugendwehren zur gemeinsamen Weihnachtsfeier.
Normalerweise ertönt im Ortsteil Obersdorf die Ortssirene jeden Freitag um 11 Uhr als Probealarm. Vergangenen Sonnabend wurde damit zugleich die feierliche Schlüsselübergabe für das LF 10/6 eingeleitet. Ortswehrführer Wilfried Rosendahl sprach von einem "erhabenen Gefühl". Schließlich erhalte die Freiwillige Feuerwehr von Obersdorf in den 100 Jahren ihres Bestehens das erste neue Fahrzeug. Dass weder der Bürgermeister noch sein Stellvertreter dem Ereignis beiwohnten, wurde bedauert. Vermiesen ließen sich die zahlreichen Gäste, darunter Vertreter der anderen sechs Wehren der Stadt, die gute Stimmung aber dadurch ebenso wenig wie vom schlechten Wetter.
Wilfried Rosendahl dankte allen, die sich für das neue Fahrzeug stark gemacht hatten. Die Anschaffungskosten in Höhe von 190 000 Euro hatten sich das Land und die Stadt geteilt. Falls der Haushalt für 2009 bestätigt wird, erhält im kommenden Jahr die Ortswehr von Hermersdorf ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser - kurz TSF-W.
Aber am Sonnabend konnten sich erst einmal die Obersdorfer freuen. Und das taten sie denn auch ausgiebig. An den weiß gedeckten Tischen im Gerätehaus war kaum ein Platz frei. Waltraud Babinska sang mit einigen Kindern der Kita Pusteblume Weihnachtslieder. Neben viel Beifall gab es dafür auch kleine Geschenke. Zudem wurde der ehemalige Ortswehrführer Kurt Engel mit der Treuedienstmedaille in Gold für 50-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr geehrt.
Kreisbrandmeister Willi Rossow erinnerte ebenso wie Stadtwehrführer Harald Mehls daran, dass die Beschaffung des neuen Fahrzeugs erst nach der Bildung der Stützpunktfeuerwehren und der damit verbundenen Landesförderung möglich wurde. Während sich Willi Rossow "sein Essen mit ein paar Worten auch verdienen" sollte, wie Ortswehrführer Rosendahl flachste, musste Harald Mehls - arbeitsbedingt - seine kurze Rede von seinem Stellvertreter André Strehmann verlesen lassen. Darin machte Mehls deutlich, dass mit dem neuen Fahrzeug auch die Anforderungen an die derzeit 26 Mitglieder der Ortswehr steigen würden. Die moderne Technik, so seine Hoffnung, werde vielleicht die Bildung einer Jugendfeuerwehr in Obersdorf befördern.
Der Ortsteil bildet nämlich unter den sieben Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Müncheberg eine Ausnahme. Das wurde am Sonnabendnachmittag wieder deutlich, als sich die sechs Jugendwehren zu ihrer ersten gemeinsamen "Weihnachtsfeier mit sportlichem Charakter" zusammenfanden. An die 60 Kinder und Jugendlichen hatten in der Turnhalle der Grundschule Müncheberg anfangs ihren Spaß bei kleinen Fußball- und Basketballturnieren, Limbo, Bockspringen und ähnlichen Dingen. Später wurden Gedichte rezitiert, Lieder gesungen, getrommelt und getanzt. "Über die einzelnen Jugendwehren hinaus wollen wir so den Gemeinschaftssinn stärken", sagte André Strehmann. Die Idee hätten die Jugendlichen bei der großen gemeinsamen Abschlussübung im November gehabt. Mütter hatten mit selbst gebackenem Kuchen und die Stadt mit kleinen Geschenken zum Gelingen der Feier beigetragen, die zur Tradition werden soll.
TEXTQUELLE: MOZ(Märkische Oderzeitung) vom 22.12.2008



